Horizonte und Tiefgang
Um die Kohärenz dieser Installation/Performance – das Spielfeld mit den Größenordnungen – zu vervollständigen, werden auch genuine Miniaturinstrumente angestrebt. Mit einem Piezo-Mikrofon kann ein einfaches Gummiband wie ein Kontrabass klingen, das Quietschen einer Nadel auf Milchglas, das Verbiegen eines Holzstücks, die Herstellung dieser Instrumente wäre ein nicht zu vernachlässigender Teil des Schaffensprozesses dieses Ensembles. Die Green-Screen-Funktion des Videocontrollers könnte es ermöglichen, die unterschiedlichen Szenerien und Kameras noch weiter miteinander zu verflechten.
Ein interessantes Finale wäre der Versuch, die Elemente, die uns dieser audiovisuelle ‘Spaziergang’ geboten hat, zu kombinieren. Wenn die Geräusche und die Musik, die während der Performance produziert wurden, ebenfalls aufgenommen oder gespeichert wurden, könnten sie bei dieser Gelegenheit in Form von Samples ‘wieder auftauchen’. Die hier vorgeschlagenen Inhalte dienen nur der Veranschaulichung und sind stark vereinfacht (in Anzahl und Qualität). Die Szenerien können viel abstrakter und komplexer sein oder z. B. auch organische Elemente enthalten. Elemente wie hier die Häuser, Laternen und Autos müssen sich nicht unbedingt wiederholen, da die Darstellung spannender ist, wenn sie abwechslungsreich sind. Ihre Platzierung wird, wie bereits erwähnt, von dem angestrebten Rhythmus bestimmt. Die Wahl der Formen, Farben und Beleuchtung ist dagegen völlig frei. Es geht mir hier darum, einen Arbeitsrahmen und eine Handlungsweise vorzustellen, einen modulierbaren kreativen Raum zu schaffen, dessen Motive offen sind. Ein narrativer Rahmen kann erarbeitet werden, wobei die Definition eines spezifischen Effekts zu einem konkreten Zeitpunkt notwendig ist, um nicht in eine chaotische Improvisation der Bilder und Szenen zu verfallen. Eine zu ‘geschriebene’ oder strikt definierte Erzählung scheint mir jedoch die glücklichen Zufälle und die ‘Magie’ des Live-Erlebnisses (den kreativen Prozess in Echtzeit) zu verhindern. Eine bloße öffentliche Wiederholung dessen, was man im Vorfeld entdeckt hat, erscheint mir zwar performativ, aber letztlich arm an emotionaler Erfahrung. Im Idealfall würden die Künstler irgendwie gleichzeitig mit dem Publikum entdecken, was ‘passiert’, sie würden die Bedingungen dafür schaffen, dass ‘etwas geschieht’.